KANSAS SMITTY’S – THINGS HAPPENED HERE

Kansas Smitty’s vereinen nicht nur Einflüsse aus über 100 Jahren Jazz-Geschichte (von Django Reinhardt bis Ahmad Jamal) und die musikalischen Landschaften von Debussy und Brian Eno – das siebenköpfige Ensemble besitzt auch eine Bar gleichen Namens in East London, in der es regelmäßig auftritt. Seine musikalischen Erkundungen mit kinoreif texturierten Arrangements lassen sich jetzt auf dem Album „Things Happened Here“ erleben, das über das neu belebte Label Ever Records von K7 erscheint.

 

Kansas Smitty’s wird vom italo-amerikanischen Alt-Saxofonisten und Klarinettisten Giacomo Smith angeführt, unterstützt von jungen und aufregenden britischen Jazz-Talenten wie Pianist Joe Webb (Haley Tuck, Alaska Alaska), Will Cleasby am Schlagzeug (Judi Jackson, Kurt Elling, Banger Factory) und Bassist Ferg Ireland (Ashley Henry, Ruby Rushton). So überbrücken Kansas Smitty’s mit großem Können traditionelle und moderne Jazzformen auf eleganteste Art. Nach ausverkauften Konzerten in Ronnie Scott’s und The Jazz Café und Festivalauftritten beim North Sea Jazz und Love Supreme kehrt das Ensemble jetzt zum Cheltenham Jazz Festival im Frühsommer zurück und spielt am 16. Mai im Omera in London zum Launch seines Albums.

Das Gefühl „Things Happened Here“ trifft auf viele Situationen zu: das Betreten eines alten Hauses, eines antiken Tempels, einer verlassenen Fabrik oder von jedem Raum, in dem einst Leben war und der sich jetzt nur fremd anfühlt. Das Album ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit an dem speziellen Sound der Gruppe, aus dem Jazzgeschichte spricht und der trotzdem absolut gegenwärtig und zukunftsgewandt ist.

„Ab und an haben wir alle dieses Gefühl, plötzlich eine Erinnerung zu verspüren, die sich nicht mit Worten beschreiben lässt, die einen aber sofort zu einem bestimmten Ort und einer bestimmten Zeit beamt“, sagt Smith. „Der Geruch der guten Stube der Oma, ein vorbeifahrender Zug, den man nachts in der ersten eigenen Wohnung hört, oder die Kinder von Freunden, die selbst wie alte Freunde sind. Das sind einzigartige Momente, die nicht jeden Tag passieren. Diese Stimmung wollte ich mit dem Album erzeugen“.

Vor seinem Umzug von Montreal nach London hatte Smith viele Jahre in Bands gespielt, die im traditionellen oder dem Gypsy Jazz verwurzelt waren. 2011 fand er sich dann im Zentrum der wilden Jazz-Szene der britischen Hauptstadt wieder. Neben dem bekannten, Dancefloor-orientierten Sound von Leuten wie Joe Armon-Jones und Nubya Garcia entdeckte Smith eine große Gruppe völlig unterschiedlicher Musiker mit konkreten Vorstellungen. So wurde der Grundstein für die Band 2013 gelegt, auch wenn sich die wahre Bedeutung des Namens Kansas Smitty’s erst 2015 offenbaren sollte.

Unter dem Einfluss der aufregenden musikalischen Entwicklungen in London eröffnete Smith eine Bar, deren Schwerpunkt auf Musik liegt. Kansas Smitty’s ist ein Ort, an dem jede Londoner Spielart des Jazz zu hören ist, vom Hip-Hop-inspirierten Sound von Moses Boyd bis zu „Swing to Bop“-Jams unter Leitung des Gitarristen und Bandmitglieds Dave Archer. Bis heute treffen sich Jazzfans und andere Musikliebhaber in der Bar am Broadway Market in Hackney, East London, um die neuesten Jazzwellen der Stadt zu spüren: Shabaka Hutchings, Femi Koleoso vom Ezra Collective und Kokoroko-Bandleaderin Sheila Maurice-Grey sind dort bereits aufgetreten, und natürlich sind Kansas Smitty’s selbst samt ihrer vielen Nebenprojekte häufig zu hören.

Der Ort ist für die Band besonders wichtig, um neue Musik zu schreiben und aufzunehmen, vom selbstbetitelten Debüt 2015 hin zum neuen Album „Things Happened Here“, dem insgesamt vierten. Auf den neun Kompositionen, alle von Smith geschrieben und produziert, trifft präzises, wildes Spiel auf große Klangdynamik und unterschiedlichste Einflüsse. Damit heben sie sich auch innerhalb der Jazz-Szene ihrer Heimat ab.

„Riders“, von Smith mit Walking Bass und Klarinette angeführt, klingt wie französische Filmmusik aus den Sechzigern und passt damit gut zum Bläser-betonten „Sambre Et Meuse“, einem Dizzyesken Groover, der von Schauplätzen des Ersten Weltkriegs und zwei sich kreuzenden Flüssen in Belgien inspiriert ist. „Temple Of Bel“ blickt in den Nahen Osten, hin zu einem Tempel aus prä-römischen Zeiten, der im Syrienkrieg zerstört wurde. Auf dem Stück glänzen dank der Hook Pete Horsfall an der Trompete und Alec Harper am Tenor-Sax. „Sunnyland“ ist eine stilvolle Hommage an den Blues-Pianisten Sunnyland Slim vom Mississippi.

„Elsewhere, Dreamlane“ klingt mit seinen himmlischen Klängen nach Yusuf Lateef, wie auch das fesselnde und schlängelnde Titelstück, gefolgt vom abschließenden „Judgment“, einem vielfältigen und passenden Ende für eine meisterhafte und packende LP.


EVER101

TRACKLIST
1. Riders
2. Dreamlane
3. Two Dancers
4. Sambre et Meuse
5. Alcazar
6. Temple of Bel
7- Sunnyland
8. Things Happened Here
9. Judgement

KÜNSTLER: KANSAS SMITTY’S
ALBUM: THINGS HAPPENED HERE
VÖ: 8. MAI 2020
LABEL: EVER RECORDS
VERTRIEB: !K7/INDIGO

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