Mbongwana Star – From Kinshasa. Die Soundmaschine aus dem Kongo

Mbongwana Star

Mbongwana Star, eine neu gegründete, siebenköpfige Band aus der Demokratischen Republik Kongo. Ihr Debüt-Album ‘From Kinshasa’ wird am 22. Mai 2015 bei World Circuit veröffenlicht.

Coco Ngambali und Theo Nzonza gründeten ihre erste Band vor fünfzehn Jahren, inspiriert von ihrer Begeisterung für die kongolesische Rumba und deren Helden – Franco, Tabu Ley Rochereau und Pépé Kallé. Für die Band, Staff Benda Bilili,  ging es steil bergauf: zwei Alben bei einem Major-Label, eine Welt-Tournee und Hauptrollen in dem von der Kritik gefeierten Film „Benda Bilili“. Wie so häufig, folgte auf den raschen Aufstieg der Fall. Die Band brach unter der Last ihres eigenen Erfolgs auseinander.

Aber in den Elendsvierteln von Kinshasa – Afrikas drittgrößter Stadt – werden Bands recycelt wie alles andere auch. Musik und Musikinstrumente, genau wie Mode, Kunst, Schmuckdesign, Vehikel mit Motor- und Pedalantrieb, einfach alles erhebt sich von der unerschöpflichen Müllhalde wie Phoenix aus der Asche. Coco und Theo klaubten die Reste einer jüngeren Band zusammen, machten sie fit und nannten den runderneuerten Scherbenhaufen  Mbongwana Star – „mbongwana“ heißt „Wandel“. Und in der Tat ging es ihnen genau darum, um Wandel, Veränderung, etwas Neues.

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© photo Renaud Barret

Dann trafen sie Liam Farrell alias Doctor L, einen musikalischen Eigenbrötler und Produzenten der Pariser Hiphop- und Elektro-Szene, der Tony Allens „Black Voices“ produzierte und der im überhitzten Chaos von Kinshasa den Punk-Ethos suchte, den er in Europa nicht mehr finden konnte. Die Musik, die Coco und Theo Doctor L vorspielten war platzte vor Energie: ein rabiater Massenangriff der Gitarren, Schlaginstrumente und Stimmen, die allesamt drohten, jeden Augenblick von der eigenen Dynamik in Stücke gerissen zu werden. Das die drei irgendwie zusammenarbeiten  würden, schien unvermeidlich.

Auch wenn er letztlich auch dem Album spielte und es abmischte, war Doctor Ls Ziel eigentlich nur, so viel wie möglich mitzuschneiden, runterzukochen, zu reduzieren. „Es ist alles im roten Bereich aufgenommen“, erzählt er in einem hakeligen Skype-telefonat. „Manchmal reiße ich Mikrofone bis zum Anschlag auf, bloß um die Umgebungsgeräusche mitzuschneiden.

Hörst  du das? Da plärren drei Fernseher bei voller Lautstärke. Verzerrung verstärkt die Energie. Ich liebe das!“

Dieser Sound ist also ganz und gar nicht das, was man wohl gemeinhin von einer kongolesische oder überhaupt einer afrikanischen Band erwarten würde. Wie der bizarre Kongo-Astronaut, der durch ihr erstes Video, ‘Malukayi (feat. Konono No.1)’, geistert,sind Mbongwana Star eine zusammengewürfelte Kombination von Dingen, die gleichermaßen und erwartet und irgendwie unvermeidlich erscheinen. Aus Resten und Teilen von Vergangenem erwachsen, ist diese Band zwar auf eine fremdartige aber aufregende Zukunft hin ausgerichtet, aber viel wichtiger ist, dass man ihr in jedem Ton die Liebe zur Gegenwart anhört.

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