Polyversal Souls

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Mit ihrem Debüt Invisible Joy präsentieren die Polyversal Souls ihre Vision einer polykulturellen Musik für das 21. Jahrhundert.

Die Konsequenz ist ein Album mit programmatischer Stilvielfalt: von klassischem Jazz bis Hip Hop, von Reggae bis Afro-Beat, von Berber-Riffs bis Griot-Songs über Ethio-Jazz, das durch den klar definierten Sound der Band zusammengehalten wird.

Max Weissenfeldt ist weit herumgekommen, aber seine erste Liebe hat er dabei nie vergessen: diese rohen und ungekünstelten Beats zahlloser alter Funk 45’s, die der junge Max im München der frühen 90er mit seinen Gesinnungsgenossen leidenschaftlich gesammelt und in sich aufgesogen hat – eine Grundlage, die ihm im weiteren Verlauf eine Karriere mit außergewöhnlichen Kollaborationen (Dr. John und Lana Del Rey, um nur zwei zu nennen) ermöglichte.

Die Funk- und Soul-Madness der späten 60er war die höchste Inspirationsquelle der Poets Of Rhythm, jener Band seines Bruders Jan, in der Max am Schlagzeug saß. Mit den Poets legten diese bayerischen Jungs den Grundstein zu einem Trend, der dann später zur Entstehung der New Yorker Neo-Soul Szene (Daptone und Soul Fire Records, Sharon Jones und Amy Winehouse) geführt hat. Die Band wurde deshalb kurzum zu den „Godfathers of Deep Funk“ ernannt.

Die Internationalisierung der Szene brachte den Poets Of Rhythm einen Deal bei Dj Shadows Label Quannum Projects ein. Soul Fire Records veröffentlichte das Debüt In The Raw der Whitefield Brothers (Jan und Max Weissenfeldt) mit New Yorker Session-Musikern, das später von Now Again Records wiederveröffentlicht wurde. Auf Now Again erschien auch das zweite, hochgelobte Album Earthology der Brüder.

Diese beiden Alben der Whitefield Brothers waren wichtige Schritte in Richtung jener Vision, die das Zusammenschmelzen weit auseinander liegender Musikkulturen rund um den Globus zum Ziel hat.

Um aber diesem Anspruch gerecht zu werden, ging Max buchstäblich einige Extrameilen: nachdem er über 5 Jahre mit der Krautrock-Legende und Weltmusik-Pionier Embryo auf einer nicht enden wollenden Tour durch Europa und Nordafrika war, die 150.000 Kilometer und 500 Konzerte zählte, beschloss er, nach Südostasien zu reisen, um alles über die klassische burmesische Saing Waing Musik und ihre Welt der magischen Töne zu lernen. Auf diesen Trip folgte eine Zeit in London, wo er zusammen mit den Heliocentrics lebte und spielte. Daraufhin pilgerte er zu dem ehemaligen Sun Ra Schlagzeuger Marvin „Bugalu“ Smith nach Upstate New York, wo Max versuchte, die vielen Geheimnisse dieses erfahrenen Genies aufzudecken. Und letztlich fand 2010 der erste Trip nach Ghana statt, der zur Folge hatte, dass Max Weissenfeldt beschloss, sein eigenes Label Philophon Records zu gründen, um eine Plattform für die vielen Musiker zu schaffen, mit denen er dort zusammenarbeitete.

2011 holte Dan Auerbach von den Black Keys Max nach Nashville, um mit ihm an einem neuen Album für Dr. John zu arbeiten. Das Ergebnis war Locked Down, das mit einem Grammy ausgezeichnete Spätwerk der New Orleans Legende. Weitere Sessions für Tuareg-Gitarristen Bombino und Pop-Icon Lana Del Rey unter Auerbachs Regie folgten.

2013 gab es die ersten Veröffentlichungen auf Philophon. Alle Künstler waren Ghanaer: Guy One, ein Griot aus Bolgatanga, Nord-Ghana, Alogte Oho Jonas and his Sounds of Joy, eine Gospel-Gruppe und Jimmy Taylor alias Roy X, ein beindruckend fähiger Rapper und jüngster Sohn der Highlife-Legende Ebo Taylor.

Um die Musik für seine ghanaischen Künstler aufnehmen zu können, stellte Max eine neue Band aus in Berlin lebenden Musikern zusammen: The Polyversal Souls. Die vitale Musikszene der Stadt ermöglichte es ihm, exzellente Musiker, die ein gemeinsames Interesse an Sounds aus aller Welt hatten, zusammenzubringen und baute in Zusammenarbeit mit dem Sound-Wizard Stibbo Spitzmüller, ein eigenes Studio auf, das Ru-Ting Clan Sound Lab.

Bereits 2014 reisten die jungen Polyversal Souls für ein landesweites Radiokonzert nach Algerien und sogar zweimal nach Ghana um mit den Philophon Künstlern Guy One und Alogte Oho Jonas durchs Land zu touren, inklusive eines landesweiten Fernsehauftritts vor 4.000 frenetischen Zuhörern. Beide Konzertreisen durch Ghana wurden von der Bundeskulturstiftung und BENKADI e.V. unterstützt, die in den Polyversal Souls ein Rollenmodel für eine Globalkultur sehen.

Und jetzt, 2015, kommen all diese Aspekte zusammen – das globale Netzwerk, das Studio, die Bruderschaft der Berliner Musiker, Philophon Records – und bringen das Debüt Invisible Joy der Polyversal Souls hervor – ein 21st-Century-Soul-Power-Manifest.

Der Opener Yelle Be Bobre, gleichzeitig die erste Single aus dem Album Invisible Joy, präsentiert den Griot Guy One, der bei seinen Leuten, den Frafra in Nordghana, schon lange ein Superstar ist. Seine Einführung auf der Kologo, einem zweisaitigen Proto-Banjo, bereitet den Hörer auf den tiefen und treibenden Groove des Stückes vor, das durch seinen eindringlichen Gesang gekrönt wird.

In Starlet Road Filling Station Romance fließt eine Indische Raga-Skala gelassen über einen karibischen Beat, immer im Dialog mit dem irisierenden Vibraphon von Max Weissenfeldt, das uns eine Liebesgeschichte erzählt.

Momaminka präsentiert Roy X – gebürtig Jimmy Taylor, jüngster Sohn der ghanaischen Highlifelegende Ebo Taylor – und die deutsche Sängerin Lady Red Red (Rebekka Ziegler), die den original ghanaischen Vibe wie wohl noch nie jemand vor ihr nördlich der Sahara so getroffen hat.

Sad Nile, eine Komposition im äthiopischen Stil, die 2007 in einer anderen Einspielung die erste Polyversal Souls Veröffentlichung auf Fryer/Jazzman Records war, präsentiert Tobias Delius an der Klarinette und die äthiopische Keyboardlegende Hailu Mergia am Wurlitzer-Piano.

Mit Sun Ras Klassiker Love In Outer Space würdigt die Band einen der größten Komponisten des Jazz. Diese zeitlose Melodie präsentiert Max Weissenfeldt als Sänger.

Ein weiterer ghanaischer Sänger, Y-Bayani, wird in Asembi Ara Amba präsentiert. Ein Song über das Pech, das man haben kann, wenn man einen Geier sieht – die ghanaische Variante der schwarzen Katze.

Duke Ellingtons Stück Race, inspiriert durch Edgar Degas` Bilderserie über Pferderennen und für eine Balletchoreografie von Alvin Ailey komponiert, präsentiert James Wylie am Saxophon. Mit diesem Take würdigen die Polyversal Souls die in so vielen Punkten – Anzahl der Veröffentlichungen, Jahre der Aktivität, Grad des Einflusses, Könnerschaft der Musiker – von dem unschlagbaren Duke Ellington Orchestra inspiriert wurden.

Bam, Frontmann und Gründer der legendären Hip Hop Band The Jungle Brothers, gibt in Goin’ In einen Einblick in post-moderne Weltreflexionen, die sich durch eine psychedelische Soundlandschaft im pulsierenden arabischen 7/8 Rhythmus bewegen.

Dunia Dela Da’a heißt in Frafra „die Welt ist ein Marktplatz“. Dieses Bild wird von Ana’abugre gezeichnet, einem der aufsteigenden Gospel-Stars der lebendigen Musikszene Bolgatangas in Nordghana.

Invisible Joy ist die Hymne der Band und reflektiert den Glauben der Gruppe, dass Musik die beste Sprache ist, die die Menschheit je hervorgebracht hat: sie bewegt unseren Geist, unsere Seele und unseren Körper – überall und immer!

Invisible Joy erscheint am 3. Juli 2015 bei dem Berliner Label Philophon

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