Brian Augers Oblivion Express

Schon zu Beginn seiner Karriere als Profi-Musiker machte Brian Auger 1963 erstmals Schlagzeilen, als er den ersten Platz des Melody Makers Jazz Piano Readers Poll gewann. Als hochbegabter Jazz-Pianist hatte Brian da bereits jede Menge Erfahrung in der Londoner Szene gesammelt. Nachdem er 1965 die Musik des Jazz-Organisten Jimmy Smith hörte, verliebte er sich sofort in den Sound der mächtigen Hammond-Orgel. Brian meisterte das Instrument mit Leichtigkeit, beschritt neue Pfade mit der Orgel und machte sie zu seinem bevorzugten Instrument als Pionier der „Jazz Fusion“.

Viel gepriesen und gelobt von Herbie Hancock bis Mose Allison, von den Brand New Heavies bis zu den Beastie Boys, wurden seine Tracks von Mos Def, Common, Air und Kid Loco gesampelt und seine Eigenkompositionen von Sarah Vaughan, Richard ‚Groove‘ Holmes und The Main Ingredient gecovert.

Muss man zu Brians glänzender Karriere eigentlich überhaupt noch etwas sagen?

Sein virtuoses, quecksilbriges, sowohl Genre-sprengendes als -definierendes Spiel und seine ureigene Herangehensweise an Musik pflegt er bereits seit Mitte der 60er-Jahre, damals allerdings von der damaligen Londoner Jazz Szene nicht besonders beachtet, weshalb Brian sich aufmachte, um neue musikalische Pfade zu beschreiten. Er legte Jazz-Harmonien und -Soli über R&B- und Soul- Rhythmen – damals keineswegs sicher, wohin ihn die Reise führen würde, kann er heute rückblickend sagen, dass er zu jener Zeit eine Stilistik formulierte, aus der Heraus etwas entstand, das anfangs eine Weile als „Jazz Rock“ definiert wurde und schließlich treffender und umfassender mit dem Begriff „ Jazz Fusion“ belegt wird – während zeitgleich einige seiner größten Helden wie z.B. Herbie Hancock den selben Pfad in unbekannte musikalische Gefilde beschritten.

Freestyle Records ist stolz, Brian Augers großartiges neues Album “Live Oblivion Express“ zu veröffentlichen, auf dem er seinen absolut einzigartigen, mitreißenden Sound im Dreamteam mit Alex Ligertwoods überirdischem Gesang präsentiert. Mag ihre letzte Zusammenarbeit auch viele Jahre zurückliegen, das beeindruckende Können der beiden Ausnahmetalente bleibt ungeschmälert.

Die Highlights dieser neuerlichen Kollaboration sind zu zahlreich, sie allesamt aufzuzählen, doch der Opener „Freedom Jazz Dance“ hat immer noch diesen kribbeligen, dunklen Vibe, der die Fans Brian Augers seit den frühen 70er Jahren berührt, als sie Eddie Harris’ Originalversion einen vitalisierenden, progressiven neuen Groove injizierten und sie um einen prägnanten Text sowie Brians erstaunliches Orgelsolo ergänzten, das auch heute noch für Gänsehaut sorgt und die Messlatte so hoch legte, dass sie für viele Keyboarder noch immer unerreichbar ist.

Im Kontrast dazu bleibt „Happiness Is Just Round The Bend“ die freudige, lebensbejahende, funkige Exkursion in den Soul Jazz, deren stimmungsaufhellender Wirkung man sich einfach nicht entziehen kann. Sicher, The Main Ingredient hatten mit ihrer Coverversion den größeren kommerziellen Erfolg, aber wie heißt es bei Dobie Gray doch so schön: „Es geht nichts über das Original “.

Der Oblivion Express dampft auch nach 40 Jahren immer noch allen davon : Nicht nur, weil die Originalaufnahmen längst als bahnbrechend gelten und Generationen von erfolgreichen Musikern, DJs, Produzenten und natürlich zahllosen Fans inspiriert haben, sondern weil die Band noch immer und von Los Angeles bis Japan überall in vollen Häusern und vor einem enthusiastischem Publikum spielt – was über den Reiz und die Faszination von Brians Musik Bände spricht: Sie ist schlicht zeitlos.

Dies ist das erste Live-Album von Brian Augers Oblivion Express seit den Klassikern „Live Oblivion Vol.1 & Vol. 2“, die Mitte der 70er-Jahre bei RCA erschienen sind und wird am 30. Oktober bei Freestyle Records veröffentlicht.