ZARA MCFARLANE – SONGS OF AN UNKNOWN TONGUE

DIE RENOMMIERTE BRITISCHE SÄNGERIN „ZARA MCFARLANE“ VERÖFFENTLICHT AM 17. JULI 2020 IHR NEUES ALBUM „SONGS OF AN UNKNOWN TONGUE“ BEI BROWNSWOOD RECORDINGS UND TAUCHT FÜR IHR HYPNOTISIERENDES VIERTES ALBUM IN ELEKTRONISCHE UND AFRIKANISCH-SPIRITUELLE RHYTHMEN EIN.

 

 

Seit Zara McFarlanes letzter Albumveröffentlichg 2017, hat sie die Traditionen und die spirituelle Welt von Jamaica erforscht, dem Land ihrer Vorfahren. „Songs of an Unknown Tongue“, ihr viertes Album, ist das Ergebnis ihrer tiefgehenden Erkundung der esoterischen Geschichte der Karibikinsel. Es ist eine Meditation über Geschichte und schwarzes Erbe, dargeboten in vielschichtig angelegten elektronischen Beats und McFarlanes Gesang, wie immer klar wie Kristall.

Die Entstehung des Albums hat mit McFarlanes Wunsch zu tun, aus der jamaikanischen Legende über die „White Witch of Rose Hall“ ein Musical zu machen. Anderthalb Monate recherchierte sie zu alter jamaikanischer Folkmusik und Ritualen. Am Ende war ihr klar, dass sie neben dem Musical noch etwas anderes zu erschaffen hatte. „Nur der Kern einer Idee, die ich um die Story und die Gefühle, die ich erzählen wollte, herum geformt habe“, erklärt sie. „Das Album basiert auf diesen frühen jamaikanischen Folkrhythmen, und verbindet traditionelle Klänge mit modernen Sounds.“

Für die Recherche bereiste sie das Land und besuchte das Grab der großen jamaikanischen Kriegerin Nanny of the Maroons. Sie traf Experten und arbeitete sich durch Archive in der National Library of Jamaica und dem Institute of Jamaica in Kingston, um Audio- und Videomaterial für ihre Arbeit zu finden. Dabei entdeckte sie eine Reihe an Rhythmen, die mit alten jamaikanischen Ritualen verknüpft sind: Bruckins, Dinki Mini, Revival, Kumina und Nyabinghi. Am Anfang fiel es ihr schwer, diese Rhythmen auseinander zu halten, aber trotzdem sprachen sie zu ihr. „Ich habe sehr aufmerksam zugehört, und wollte in die Musik eintauchen, um die unterschiedlichen Betonungen und Akzente zu hören“, erklärt sie.

Dabei dachte sie auch viel über ihre eigene Geschichte nach. „Meine Großmutter ist vor 11 Jahren verstorben, zur Beerdigung bin ich nach Jamaika gereist. Dabei gab es bestimmte Rituale, wie das Schlachten einer Ziege. Dann kamen diese zwei Typen, um zu trommeln. Ich verstand gar nicht, was passiert. Aber diese Rhythmen bei meiner Recherche zu hören, hat mich in diese Zeit zurückversetzt. Ich wünschte, ich hätte das damals schon verstanden.“ Tatsächlich sind viele dieser alten jamaikanischen Folkrhythmen mit Tod und Zeremonien verbunden, die der Seele beim Übertritt in die nächste Welt helfen sollen.

Zuhause in London setzte sich Zara dann mit den Produzenten Kwake Bass und Wu-Lu zusammen, um Elemente dieser Folkryhthmen zu dekonstruieren und in neuen Formaten wieder zusammenzusetzen. Moses Boyd, der Produzent von McFarlanes letztem Album, stellte ihr Kwake vor, der vom Konzept sofort begeistert war. „Er bat Camilo, einen befreundeten Schlagzeuger, sich mit uns ein paar dieser Rhythmen anzuhören und sie nachzuspielen. Am Ende hatten wir fünf unterschiedliche Klanglandschaften. Das war unsere Arbeitsgrundlage.“

Jeder Track erzählt seine eigene Geschichte, aber das gesamte Album setzt sich nicht nur mit jamaikanischen Legenden, sondern auch mit modernen Themen wie Imperialismus, Kolonialismus, race und Identität auseinander. „Ich bin in Dagenham aufgewachsen, eine sehr rassistische Gegend, in der die BNP damals sehr stark war“, sagt McFarlane. „Ich wusste früh, dass ich schwarz bin und wollte deswegen mehr über schwarze Geschichte wissen.“

„Songs of an Unknown Tongue“ zeigt Zaras Reise zurück zu ihrem Erbe. Auf „Black Treasure“ erzählt sie eine subversive Geschichte über das koloniale Erbe der Sklaverei. Der Song ist „eine Hymne darauf, afrobritisch zu sein, und eine Frau“. In „Everything Is Connected“ entwirft sie Bilder von riesigen Wollbäumen, unter dem Zeremonien abgehalten wurden: der Tod gebiert Leben unter einem Familien(stamm)baum. Das nervöse und fesselnde „Broken Water“ beschreibt den Verlust von Herkunft, Sprache und kulturellem Erbe, die versklavte Menschen aus Afrika bei der Verschleppung erfahren mussten. Auf „Saltwater“ steht eine Insel für diese Versklavung. Der melodische Rhythmus des Stücks stammt aus der Tradition der Bruckin’s Party. Gespenstisches Geflüster in den verzerrten Klängen auf „Native Nomad“ erzeugen ein Gefühl der Vertreibung und Entfremdung. Der Song fragt, was Heimat, was Zugehörigkeit eigentlich bedeuten – vielleicht der Geburtsort, vielleicht auch gerade nicht.


Zara McFarlane - Songs Of An Unknown Tongue Pack shot

KÜNSTLER: ZARA MCFARLANE
ALBUM: SONGS OF AN UNKNOWN TONGUE
VÖ: 17. JULI 2020
LABEL: BROWNSWOOD RECORDINGS
VERTRIEB: GROOVE ATTACK

TRACKLIST:
01 Everything Is Connected
02 Black Treasure
03 My Story
04 Broken Water
05 Saltwater
06 Run Of Your Life
07 State Of Mind
08 Native Nomad
09 Roots Of Freedom
10 Future EchoeS